ie in jeder
Philosophie gibt es auch in der Stoa unterschiedliche, teils sich
widersprechende Strömungen. Eine gute Beschreibung des Kerns der
stoischen
Weltsicht findet sich aber glücklicherweise beim spätantiken
Historiker Diogenes Laertios, der im 3. Jahrhundert nach Christus
eine ebenso zusammengewürfelte wie unterhaltsame
Geschichte der griechischen Philosophie verfasste. Anmerkung: Er
trägt zwar
denselben Namen wie der berühmte Philosoph "Diogenes in der
Tonne",
lebte aber ein halbes Jahrtausend später. Diogenes
Laertios schreibt also nun Folgendes über die Stoa:Aber
Reichtum oder Gesundheit nützen nicht mehr als sie schaden.
Deshalb
sind Reichtum und Gesundheit keine Güter. Außerdem
sagen sie: das, was
gut und schlecht gebraucht werden kann, ist nichts Gutes. Aber Reichtum
und Gesundheit können gut und schlecht gebraucht werden.
Deshalb sind
Reichtum und Gesundheit keine Güter." (Diogenes Laertios)
eben
und
Tod, Schönheit und Hässlichkeit,
Stärke und
Krankheit sind gleichgültig? Der Puls der Zeit
schlägt heute, im Jahre 2011, scheinbar völlig anders. Muss man sich um die
Zukunft der Stoa
also Sorgen machen? Vielleicht gerade nicht, denn die Philosophie der
Stoa wächst und gedeiht mit den Erscheinungen, denen
Sie
entgegen steht. Unsere Gesellschaft schafft
immer mehr Stress und
Leistungsdruck. Die stoische Philosophie hingegen pflegt die
Tugend der Langsamkeit und strebt den psychologischen Zustand der Meeresstille
an.
Sie plädiert für weniger Leistung und
weniger
Stress. Dabei kommt sie im Gegensatz zu anderen Weltanschauungen eher
nüchtern und
unaufdringlich
daher; die Stoa präsentiert sich als Ergebnis rationaler
Güterabwägung, frei von Fanatismus und
missionarischem Eifer.
Die Philosophie der Stoa drängt sich nicht auf... man muss sie
finden.