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Die Philosophie der Stoa

Quelle und Strömungen der Stoa

Die Stoaie in jeder Philosophie gibt es auch in der Stoa unterschiedliche, teils sich widersprechende Strömungen. Eine gute Beschreibung des Kerns der stoischen Weltsicht findet sich aber glücklicherweise beim spätantiken Historiker Diogenes Laertios, der im 3. Jahrhundert nach Christus eine ebenso zusammengewürfelte wie unterhaltsame Geschichte der griechischen Philosophie verfasste. Anmerkung: Er trägt zwar denselben Namen wie der berühmte Philosoph "Diogenes in der Tonne", lebte aber ein halbes Jahrtausend später. Diogenes Laertios schreibt also nun Folgendes über die Stoa:

"Die Stoiker sagen, dass einige Dinge gut sind, andere schlecht, und wieder andere keines von beidem. Die Tugenden - Klugheit, Gerechtigkeit, Mut, Mäßigung usw. - sind gut. Die Gegenteile davon - Torheit, Ungerechtigkeit usw. - sind schlecht. Alles, was weder nützt noch schadet ist keins von beidem: z.B. Leben, Gesundheit, Lust, Schönheit, Stärke, Reichtum, Ansehen, edle Herkunft, aber auch ihre Gegenteile: Tod, Krankheit, Schmerz, Hässlichkeit, Schwäche, Armut, schlechtes Ansehen, niedere Herkunft usw. Denn diese Dinge sind nicht gut, sondern gleichgültig, und zwar von der Sorte des Bevorzugten. Zu nützen und nicht zu schaden, das gehört zum Guten.

... Quelle und Strömungen der Stoa

Aber Reichtum oder Gesundheit nützen nicht mehr als sie schaden. Deshalb sind Reichtum und Gesundheit keine Güter. Außerdem sagen sie: das, was gut und schlecht gebraucht werden kann, ist nichts Gutes. Aber Reichtum und Gesundheit können gut und schlecht gebraucht werden. Deshalb sind Reichtum und Gesundheit keine Güter." (Diogenes Laertios)

Die Philosophie der Stoa heute ?

Stoaeben und Tod, Schönheit und Hässlichkeit, Stärke und Krankheit sind gleichgültig? Der Puls der Zeit schlägt heute, im Jahre 2011, scheinbar völlig anders. Muss man sich um die Zukunft der Stoa also Sorgen machen? Vielleicht gerade nicht, denn die Philosophie der Stoa wächst und gedeiht mit den Erscheinungen, denen Sie entgegen steht. Unsere Gesellschaft schafft immer mehr Stress und Leistungsdruck. Die stoische Philosophie hingegen pflegt die Tugend der Langsamkeit und strebt den psychologischen Zustand der Meeresstille an. Sie plädiert für weniger Leistung und weniger Stress. Dabei kommt sie im Gegensatz zu anderen Weltanschauungen eher nüchtern und unaufdringlich daher; die Stoa präsentiert sich als Ergebnis rationaler Güterabwägung, frei von Fanatismus und missionarischem Eifer. Die Philosophie der Stoa drängt sich nicht auf... man muss sie finden.

Versuch einer kleinen Geschichte der Stoa >



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