egen Ende
des 3. Jahrhunderts vor Christus
eröffnet Epikur
in einem Garten vor Athen seine Schule. Sein
Konzept ist praktischer Natur: Ihm geht es nicht nur um die philosophischen Worte, sondern um die
Umsetzung in das alltägliche Leben. Das Streben nach
Glück soll nicht nur gelehrt, sondern auch gelebt
werden. Bei der Auswahl der
Schüler zeigt sich Epikur unvoreingenommen.
Den "Beweis" findet man hierzu auf Raffaels Gemälde "Die
Schule
von Athen". Denn bei Epikur sind - im Gegensatz zu den Darstellungen
der
anderen Philosophen - Menschen jeden Alters versammelt. Man kann Epikur
daher aus heutiger Perspektive auch als Vordenker des Lebenslangen
Lernens bezeichnen.
ach der
Enthaltsamkeit, dem Reduzieren von
Ansprüchen, vermochte auch der durchschnittlich gedeckte
Teller wieder Freude zu wecken. Die Natur ist für Epikur
nichts, was beherrscht werden muss,
sondern ein "Mechanismus", der für den Menschen das
Nötigste zu seinem Glück bereit hält:
ie
Götter
spielen dabei eine
eher neutrale Rolle. Sie
existieren zwar, aber sie sorgen sich wenig um die Menschen. Die Furcht
vor den Göttern muss nach Epikur überwunden werden,
steht sie doch ebenso wie die Furcht vor dem Tod oder die Unklarheit
über das Wesen von Lust und Unlust dem Glück im Wege.
Gegen die Furcht vor den Göttern bietet Epikur ein
Gegenmittel: Er plädiert
dafür, sich die Welt nach eigenem Dünken zu
interpretieren. Man kann dies als wissenschaftsfeindlich auslegen, aber
Epikur versprach sich davon eine therapeutische Wirkung.
Als Unterrichtsmaterial diente Epikur eine Sammlung von Schriften,
verbunden mit Anweisungen zur Methodik und zur Umsetzung im eigenen
Leben. Epikur empfiehlt dabei Dinge, die heute zum Handwerkszeug der
humanistisch orientierten Psychotherapie zählen: Probleme
sollen nicht heruntergeschluckt, sondern mit Freunden diskutiert
werden, Selbstanalyse und Selbstreflexion zählen zum Inventar
der Epikureischen Methodik. Die Freundschaft zu den Mitmenschen ist
für ein
glückliches Leben Voraussetzung. Aus dem kleinen Freundeskreis
des Gartens erwächst die Fähigkeit zur Freundschaft
mit der großen Welt.
ange
nach
dem Tod seines
charismatischen Gründers
wurde die Schule des Epikur weiter betrieben, belegbar sind
etwa
500 Jahre. Dies bezeugen die Auseinandersetzungen zwischen
den Epikureern und den christlichen Kirchengründern. Letztere
bekämpften die Stoa als eine rivalisierende Weltanschauung. In den Archiven des
Vatikans hielt man
die epikureische
Lehrschriften unter der Bezeichnung "Gnomologium Vaticanum" lange unter
Verschluss, zeitweise galten sie sogar als verschollen. Mit der
Zeit enspannte sich das
Verhältnis zwischen Stoa und Christentum bis hin zu einer
Verbindung der Weltanschauung als christliche
Stoa.