Anmerkung: Sich
einer guten Sache zu bedienen und dabei etwas völlig anderes
im
Sinne zu haben - es ist ein zeitloses Phänomen, denn keine
noch
so gute Idee kann sich vor Vereinnahmungen schützen.
olche suchen nur ihre
Schlechtigkeit unter dem Mantel der Philosophie
zu verbergen; denn Epikurs Vergnügen ist
mäßig und trocken. Auch dieser
Name (denn durch ihn wenden sich viele dahin) ist es, welcher einer
schlechten Sache gegeben wird. Sie suchen nur einen Vorwand, eine
Ausrede, einen Titel für ihre Ausschweifungen, indem sie dies
Leben
epikureische Philosophie nennen. Wenn nämlich das
Vergnügen zum Prinzip
gemacht wird, so wird zugleich befohlen, dass Vernunft und Besonnenheit
darüber wache; und es tritt eine Berechnung ein, wo sich
Vergnügen
finden könne, wenn z.B. ein Vergnügen mit Gefahren,
Furcht, Angst und
anderem Missvergnügen verbunden ist. So wird das, was reines
und
ungetrübtes Vergnügen machen könne auf sehr
weniges reduziert. Ruhe des
Gemüts in sich selbst zu erhalten, ist Epikurs Prinzip; und
dazu gehört
gerade, demjenigen und dem vielen zu entsagen, wovon die Menschen
beherrscht sind und worin sie ihr Vergnügen finden, - frei,
leicht und
ruhig, ohne Unruhe und ohne Begierde zu leben."
Ebenso berühmt wie Senecas Schrift über das glückliche Leben (auch übersetzbar mit "das schöne Leben") ist seine Betrachtung "über die Kürze des Lebens".