Panzer für Saudi-Arabien

Aus seinen Öleinnahmen darf sich der Scharia-Staat Saudi-Arabien kaufen, was andere Länder anbieten. Auf der Einkaufsliste steht der Leopard-Panzer aus Deutschland. Es existiert, trotz einiger vorgetäuschter Bedenken bei der SPD, ein weitgehender Konsens in der Großen Koalition, die deutschen Tötungsmaschinen zu liefern. Dass in der saudischen Rechtsordnung Steinigungen, Amputationen und Auspeitschungen vorgesehen sind, spielt dabei keine Rolle. In der Praxis werden zwar nur noch wenige Steinigungen und Amputationen durchgeführt, doch die Körperstrafe der Auspeitschung gilt als üblich. 10 Jahre Haft und 1000 Peitschenhiebe wurden über den Blogger Raif Badawi verhängt.

Panzerbau und Arbeitsplätze

Der Panzerbau ist eine hochtechnisierte Industrie. Man darf annehmen, dass dort Fachkräfte arbeiten, an denen nach Angabe der Regierung und der großen Medien in Deutschland ein Mangel herrscht. Dieser Logik zufolge könnte man die Waffenschmieden bedenkenlos zusperren. Aber würde dies nicht unsere Verteidigungsfähigkeit einschränken? Nein, denn diese Waffenfabriken beliefern ja auch unsere zukünftigen Kriegsgegner!

Kriegsgegner Saudi-Arabien

Politische Konstellationen können sich über Nacht ändern. Die Taliban wurden einst vom Westen unterstützt, um die sowjetische Kontrolle von Afghanistan einzuschränken. Saddam Hussein war eine westliche Marionette gegen Khomeini. Aus Verbündeten wurden Feinde. Eines Tages wird Saudi-Arabien seinen Status als Verbündeter des Westens verlieren. Immerhin, bei einem militärischen Konflikt wäre die Bewegungsfähigkeit und Verwundbarkeit der saudischen Panzer gut einzuschätzen. Zudem erleichtern die Lieferscheine der deutschen Panzerbauer die Arbeit der UN-Waffeninspekteure. Gut zu wissen für die kriegsvorbereitende und kriegsbegleitende Propaganda.

Westliche Werte

In der Realpolitik spielen die “Werte” keine Rolle. Die Politiker müssen gewählt werden, und man kann eben nicht von heute auf morgen die deutsche Rüstungsindustrie, die drittgrößte der Welt, in eine Fahrradindustrie umwandeln. Als politisches Ziel ist die Verringerung der deutschen Rüstungsexporte, falls dies je ernsthaft angestrebt wurde, unter der Exportpraxis der rot-grünen Regierung von 1998-2005 grandios gescheitert. Wertorientiertes Leben und Handeln bleibt eine individuelle Gewissensentscheidung. Nur einzelne können es wagen, sich aus dem zerstörerischen Kreislauf von Ölimport und Waffenexport herauszunehmen. Politisch wird dies in Deutschland folgenlos sein.
Es braucht deutliche Ereignisse, um den Krieg als Wahn sichtbar werden zu lassen. Im ehemaligen Jugoslawien arbeiten nun Bosnier, Kroaten und Serben daran, die durch das Hochwasser angeschwemmten Minen und Granaten unschädlich zu machen, anstatt sie aufeinander zu werfen. Kriegsmüde ist das Land.

Kreislauf des Krieges

In Deutschland juckt der Finger am Abzug. Afrikas Bodenschätze locken! Partnerschaftliche Handelsbeziehung aufzubauen, ist eine sehr komplexe Angelegenheit, simpel ist dagegen der militärische Kreislauf: Deutschland unterstützt die islamischen Fundamentalisten via Saudi-Arabien, um sie anschließend militärisch zu bekämpfen.
Kommentieren lässt sich die neue deutsche Kriegspolitik in Afrika nur mit einem Zitat des Philosophen und Politikers Cicero: “Die Welt ist ein Irrenhaus”. Quelle: “Stultorum plena sunt omnia.”- Ad familiares (Briefe an Freunde) IX, XXII.

Veröffentlicht in: Ethik |

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