Waffen schaffen Wohlstand

Deutschlands Wohlstand beruht auch auf Waffenexporten. Unmoralisch sind sie trotzdem. Aus stoischer Sicht muss Deutschland weniger Wohlstand ertragen, um moralisch richtig zu handeln. Was wären die Folgen? Mit einer restriktiven Exportpolitik stünde weniger Geld für die soziale Absicherung der Schwächeren zur Verfügung. Wer würde in Deutschland am meisten leiden? Diejenigen, die sich nicht auf ihre Landgüter zurückziehen können. Radikale Pazifisten stammen zumeist aus besserem Hause.

Zyniker oder Stoiker

Der Unterschied zwischen den Zynikern und den Stoikern ist ihrer jeweiligen Haltung zur Veränderbarkeit der zwischenmenschlichen und politischen Verhältnisse zu finden. Beide stellen die Ethik in den Vordergrund, also die Betrachtung dessen, was der Mensch lassen oder tun sollte. Beide sind keine Fanatiker, keine blinden Idealisten. Doch während  der Stoiker noch an eine Veränderung glaubt, wenn auch nur in kleinen Schritten, hat der Zyniker jede Hoffnung aufgegeben. Der Mensch ist aus zynischer Perspektive in keinster Weise erziehbar. Passend dazu ist diese Anekdote über den berühmten Zyniker Diogenes überliefert:

“Als Diogenes einige Frauen, die Selbstmord begangen hatten, an einem Baum hängen sah, wünschte er sich: Ach wenn doch nur alle Ölbäume solche Früchte trügen.”

Panzer für Saudi-Arabien

Aus seinen Öleinnahmen darf sich der Scharia-Staat Saudi-Arabien kaufen, was andere Länder anbieten. Auf der Einkaufsliste steht der Leopard-Panzer aus Deutschland. Es existiert, trotz einiger vorgetäuschter Bedenken bei der SPD, ein weitgehender Konsens in der Großen Koalition, die deutschen Tötungsmaschinen zu liefern. Dass in der saudischen Rechtsordnung Steinigungen, Amputationen und Auspeitschungen vorgesehen sind, Weiterlesen

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Wachstum über alles

Der Kapitalismus hat der Mehrzahl der Menschen in Europa, Nordamerika und Australien einen nie dagewesenen Wohlstand, Freiheit und innenpolitischen Frieden beschert, den Menschen in den anderen Kontinenten aber viel Leid. In Afrika, Asien und Lateinamerika profitiert nur die von uns gefütterte Elite. Die Masse der brasilianischen Bevölkerung kann sich den Eintritt zur Fußball-WM nicht leisten. Dort setzen Polizei und Militär die Ansprüche der Vermögenden durch. Und diejenigen, die sich alles leisten können, haben für die Armen Hohn und Spott übrig: “Ihr hattet die selben Chancen wie wir. Ihr seid nur zu faul”. Weiterlesen

Hysterie in Stuttgart

Keine Heimat hat die Stoa in Stuttgart. Wo sieht man schon so viele Menschen, die sich ständig ereifern. Und das wegen Problemen, die durch Diskussionen viel besser zu lösen wären als durch Geschrei. Die erste Hysterie brach nach der Planung eines unterirdischen Bahnhofs aus. Weiterlesen

Kant und die Obdachlosen

Der liberale österreichische “Standard” beklagt in markigen Worten den Zustand eines Hauses östlich von Kaliningrad, wo der Philosoph Immanuel Kant einige Jahre gelebt hatte: “Es hausen jetzt Obdachlose – wo einst der Mensch Kant wohnte.” Die Obdachlosen werden als störende Elemente im Andenken an den großen Humanisten deklariert. Der Artikel endet mit einem flammenden Appell an Weiterlesen

Banalität des Bösen

Stoikeras Böse ist immer nur extrem, aber niemals radikal”. Diese Feststellung traf Hannah Arendt bei ihrem Besuch des Eichmann-Prozesses in Jerusalem. Adolf Eichmann, der Organisator des Holocausts, entsprach äußerlich nicht dem Bild des bösen Nazis, der blonden Bestie. Eichmann war ein Jedermann, er tat seine Pflicht, er funktionierte auf seinem Posten. Die großen Zusammenhänge interessierten ihn nicht. Eichmann war laut Hannah Arendt Weiterlesen

Von Limburg nach Lampedusa

stoiker-limburg, die Welt schaut auf dich. Der Bischof Tebartz-van Elst ist derzeit in allen Schlagzeilen. Vielleicht ist daran auch der neue Papst Franziskus schuld, der den Katholiken ein bescheidenes, stoisches Lebensideal präsentiert. Bischof Tebartz-van Elst dagegen hält wenig von der Bescheidenheit. Seine Limburger Bischofsresidenz verschlingt viel Geld. Damit hätte man allen Obdachlosen im Bistum Limburg für die nächsten 20 Jahre eine würdige Unterkunft schaffen können. Aber der Kontrast zwischen dem verschwenderischen Bischof und dem stoischen Papst wirft  auch eine grundsätzliche Frage auf: Weiterlesen

Stoa und Schönheit

Stoikerie Stoiker sagen: “Was weder nützt noch schadet, sind Leben und Tod, sind Schönheit und Hässlichkeit.” (Zitat nach Diogenes Laertios). Das stimmt natürlich nicht für die Oberflächlichkeiten des Alltags. Weibliche Schönheit nützt sehr wohl beim Rennen um Geld, Güter und Einfluss. Nur sind auch diese Dinge für die Stoiker bedeutungslos. Für die Erlangung von Klugheit, Gerechtigkeit, Mut und das richtige Maß ist die Schönheit kein Vorteil und kein Hindernis. Die ethischen Werte liegen auf einer anderen Skala. Wer sich der Schönheit wegen auf einen Operationstisch legt, darf dies aus stoischer Sicht tun – und sich sogar trösten, wenn die Schönheitsoperation misslingt.