Ein Stoiker bei Anne Will

In einer Talkshow mit dem polemischen Titel “Betteln, Schnorren, Spenden sammeln – wird unser Mitleid ausgenutzt?”, saß ein Obdachloser auf der Anklagebank. Alleine gegen eine Gruppe von Menschen, die ihn seines Menschseins beraubten. Für sie war er “ein Fall”, aber keine Person.

Ein Stoiker lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Nicht von seinen offenen Gegnern, nicht von seinen vermeintlichen Fürsprechern. Sie alle durften sich auf ihre gesellschaftlich anerkannten Rollen stützen. Aus dieser Stärke der Stärke ist es leicht, gegen einen Obdachlosen Stellung zu beziehen. Doch sprachlich überlegen und moralisch standhaft hat der Angegriffene alle subtilen Beleidigungen über sich ergehen lassen. Niemanden aus der Runde hat er angegriffen.

2 commentaires sur “Ein Stoiker bei Anne Will

  1. Gedanken

    Gedanken haben keine Schranken.
    In der Welt der weiten,
    da werden sie dich begleiten,
    bei jedem Schritt und Tritt,
    wandern die Gedanken mit.

    Gedanken sind zollfrei.
    Grenzen, wollen ihnen in deinem Leben,
    stets nur andere Menschen geben,
    Gedanken sind überall zu Hause
    und machen keine Pause.

    Selbst in der Nacht,
    wenn du schläfst ganz brav,
    da werden sie dich umsäumen,
    in deinen Träumen.

    Alles was du denkst,
    hat das Leben dir geschenkt.
    Ob du willst oder nicht,
    Gedanken bringen Licht,

    Gedanken gehören nur dir,
    lass´sie am Besten hinter geschlossener Tür.
    Reden ist Silber, Schweigen ist Gold,
    das hat der Schöpfer so gewollt.

    Da kein Mensch, ist gleich auf dieser Welt,
    sind auch die Gedanken so bestellt.
    Ein jeder hat einen anderen Blick,
    denn nichts ist gleich, wie auch das Glück.

    Da kein zweiter denkt wie du,
    drück öfter mal ein Auge zu.
    Zeig dich höflich und galant,
    und bleib möglichst immer tolerant.

    Wer spricht hat recht,
    ob gebildet,
    oder ein Kind, ein kleiner Wicht,
    ein jeder sieht und denkt aus seiner Sicht.
    Hermann Wolf

  2. Guten Tag,

    Danke, dass Sie diese Diskussionsrunde geteilt haben. Ich wäre so vielleicht gar nicht darauf gestoßen.
    Es ist immer wieder hilfreich, wenn Probleme aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden. Ich kann aus solchen Diskussionen immer viel herausziehen und gewinne neue Erkenntnisse, weil ich über manche Dinge nie auf eine bestimmte Weise nachgedacht.
    Prinzipiell gebe ich Wildfremden kein Geld, zum einen, weil ich mich manchmal über´s Ohr gehauen fühle, zum anderen, weil ich mir sage, ich kann nicht jedem geben, und zuletzt auch, weil ich im Grunde auch der Meinung bin, dass in Deutschland niemand wirklich betteln MUSS.
    Da bin ich vielleicht auch zu sehr Wohlstandskind. Viele Probleme nehmen Menschen auch nicht wahr, wenn sie nicht unmittelbar selbst betroffen sind.
    Die Argumentation von Herrn Brox ist jedoch nachvollziehbar. Bürokratie und teils menschenverachtendes Verhalten der Angestellten in Jobcentern, Sozialämtern, etc., aber auch vieler Verantwortlicher, über die mir durch Bekannte und Freunde berichtet wurde, können dafür sorgen, dass Menschen letztendlich doch “freiwillig” den Schritt gehen, ihr Geld für Essen, sanitäre Einrichtungen und eine Übernachtung selbst zu erarbeiten. Und es ist harte Arbeit, nicht anders als die eines Vertreters, der Ware verkauft, wobei hier die “Ware” in dem Wissen besteht, einem anderen Menschen etwas Gutes getan zu haben.
    Und auch hier ist es wiederum wichtig, nicht die Symptome zu bekämpfen, nämlich das Betteln, sondern die Ursachen, aus denen die Leute betteln müssen oder meinen, betteln zu müssen. Im Falle von Deutschen die im Beitrag angesprochenen bürokratischen, finanziellen und menschlichen Hürden, im Falle beispielsweise der zum Betteln Gezwungenen die gesellschaftlichen und sozialen Probleme in den entsprechenden Ländern.
    Nochmals danke für diesen Beitrag. Er hilft mir, beim nächsten Gang durch die Stadt offener zu sein.

    Beste Grüße.

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