Weihnachtsshopping

Stoikeras christliche Weihnachten ist passé. Weihnachten ist heute ein Shoppingfest. Was bedeutet das aus stoischer Perspektive? Besitz ist für die Stoiker weder gut noch schlecht. Deshalb darf jede und jeder Gegenstände anhäufen und verschenken, solange nicht die Hemmungslosigkeit um sich greift, und der Besitzerwerb keine anderen schädigt.
Christliche Gläubige beklagen noch vereinzelt die Umwidmung von Weihnachten – von der Erinnerung an die Geburt Christi zum Kräftemessen der Kreditkartenlimits, doch welche Umstände müssen Eintreten, um ein Weihnachten “wie früher” zu gewährleisten?
Das Weihnachten der großen Emotionen, wo war es früher zu finden? Im Schützengraben und im Kriegswinter. In der heutigen Zeit der Dekadenz ist es abhanden gekommen.

stoiker-in existenzieller Not und Todesgefahr wächst die Sehnsucht nach religiöser Wärme. Bei den schätzungsweise 80% wohl Versorgten im heutigen Deutschland, der großen Mehrheit der Bevölkerung, spielen Todesängste und Existenzängste eine weit geringere Rolle als die Lustgefühle, die aus den Prospekten der Warenhäuser emporsteigen. Dieser Zustand muss kein Übel sein. Denn wenn der Anteil der schlecht Weggekommenen steigt, werden nicht nur religiöse Feste an Bedeutung zunehmen, sondern auch neue politische und religiöse Bewegungen. Sie könnten gewalttätige Ansätze für soziale Konflikte finden. Die Ära der Shoppingweihnachtsfeste wäre dann Geschichte.

3 commentaires sur “Weihnachtsshopping

  1. Diese Dekadenz der heutigen Zeit nannte vor ca. 4 Jahren der Vizekanzler der Bundesrepublik spätrömisch. Er hat dafür viel Kritik ja sogar Spott geerntet. Aber mal angenommen Westerwelle hat Recht und die Situation heute ist mit der Zeit damals vergleichbar, dann sind die Aussichten für unseren Wohlstand und dem Frieden in der Gesellschaft ernst. Bekanntlich schloss sich an das römische Reich das finstere Mittelalter an. Dieses dauerte Jahrhunderte und war in vielen Bereichen zerstörerisch. Selbst die Philosophie verlor zum Teil die Eigenständigkeit und wurde in die christliche Theologie eingegliedert.

  2. Wie schnell es gehen kann, dass relativ wohlhabende Länder übereinander herfallen, und auf Wohlstand Steckrübenwinter folgen, hat von 100 Jahren der Erste Weltkrieg gezeigt. Aber die Geschichte wiederholt sich ja bekanntlich nicht… Auf ein gutes Jahr 2014!

  3. Ob sich Geschichte wirklich nicht wiederholt, und uns das sogar bekannt ist, da bin ich mir überhaupt nicht sicher. Vielleicht drücken die 3 Punkte auch Ihre Skepsis diesbezüglich aus. Aber da ich die Zukunft nicht kenne und mir Seneca schon oft die Richtung gewiesen hat, halte ich es mit: “Wie ein einsamer Fels am flachen Meeresufer, so halte ich stand….”

    Auch ich wünsche allen ein gutes und frohes Neues Jahr. Möge Gelassenheit und Standhaftigkeit die begleiten, denen es damit gut geht.

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