Zenons Blog

stoiker-was ein gewisser Herr Nietzsche über die Stoa und uns Stoiker schreibt: „‚Gemäss der Natur’ wollt ihr l e b e n ? Oh ihr edlen Stoiker, welche Betrügerei der Worte! Denkt euch ein Wesen, wie es die Natur ist, verschwenderisch ohne Maass, gleichgültig ohne Maass, ohne Absichten und Rücksichten, ohne Erbarmen und Gerechtigkeit, fruchtbar und öde und ungewiss zugleich, denkt euch die Indifferenz selbst als Macht – wie k ö n n t e t ihr gemäss dieser Indifferenz leben? Leben – ist das nicht gerade ein Anders-sein-wollen, als diese Natur ist? Ist Leben nicht Abschätzen, Vorziehn, Ungerechtsein, Begrenzt-sein, Different-sein-wollen?“ (Friedrich Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse, 9)

Stoischer Kommentar

Nietzsche ist ein Hitzkopf. Es weiß doch jeder, der sich halbwegs mit der Natur auseinander gesetzt hat, um das Maß als Ursache für ihre Stabilität. Man betrachte die Astronomie, die Physik, die Chemie, die Biologie. Alles ist in Ruhe und Gleichgewicht.

Der Mensch ist heute nicht im Gleichgewicht. Er strebt nach mehr Wachstum, er will über sich hinaus. Die Ökonomie fordert Wachstum ein, der Staat setzt es um, und der Einzelne muss mitsingen – im großen Kanon der ewigen Leistungssteigerung. Der ideale Mensch des Jahres 2013 ist ein fleißiger, nimmermüder Überhamster.

Mich haben diese Zustände "erschüttert", wenn ich das als Stoiker so sagen darf. Anscheinend ist die Gelassenheit der Stoa vollkommen vergessen worden. Deshalb habe ich mich nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen, die heutige Welt aus stoischer Perspektive zu kommentieren.

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